Die Namen der Sonntage richten sich nach den Psalmen, die zu jedem Sonntag gehören. In unserem Fall ist das der Psalm mit der Nummer 43.

Du findest den in jeder Vollbibel – das so genannte Alte Testament und das Neue Testament vereint in einem Band.

Aber auch in fast jedem Neuen Testament – sozusagen im Anhang.

Psalmen sind Gebete, gesungene Gebete in der jüdischen Gemeinde, aus der Jesus – von Gott gesandt – hervor gegangen ist. Wenn wir einen Psalm beten, beten wir ihn mit Jesus.

„Gott, schaffe mir Recht und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten !….

Sende deine Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, daß ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Alles, aber auch alles kommt in diesem Psalm vor. Zu allererst ist da die große Unruhe. Da gibt es Feinde, sicher auch Freunde. Ein großes Durcheinander: das unheilige Volk, die bösen Leute. Schaffe mir Recht? In einer etwas älteren Ausgabe wird übersetzt aus dem Hebräischen nicht: SCHAFFE MIR RECHT!!!, sondern: RICHTE MICH, Gott…

In Schwaben habe ich gelernt: vorrichten, richten ist etwas Positives. Bei uns, auch bei mir hat es etws Blutrünstiges an sich, so etwas zu sagen. Nein: Geraderücken, Haltung, aufrechter Gang, so hätte ich das Wort RICHTEN übertragen.

Dann gibt es ein Plus für das Gute Gericht. Für die Gerechtigkeit. Viele Menschen verneinen die rechtliche Dimension, die alles Leben hat. Auch und gerade in einer Zivilisation wie der unsrigen. Und auch und gerade in archaischen Gesellschaften. Das Recht richtet, nicht der böse Richter. Es richtet uns aus: „Richte mich, Gott und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich vor den bösen und falschen Leuten.“ Der Beter unterstellt sich dem Gericht Gottes, seiner klärenden Wirkung.

Selbst das Jüngste Gericht ist für den Christen, den Nachfolger, die Nachfolgerin Christi nicht der Hammer, vor dem wir fliehen müßten, sondern der Gnadenraum in dem wir zur Vernunft gebracht werden, ja auf den wir hoffen (Walter Nigg).

Deswegen ist der Satz von Schiller: „Geschichte ist Weltgerichte“ zwar etwas Weltbewegendes aber nicht Weltzerstörendes. Nichts Dunkles, sondern Helles.

Oder Ranke: Alle Geschichte ist Geschichte zu Gott hin.

Also richte du mich, o Herr, nicht die bösen Leute, nicht das unheilige Volk. Wenn ich mich dem stelle, habe ich keine Angst mehr vor ihnen. Dann werde ich auch Recht bekommen, wo es mir zusteht. Und ich stehe nicht als frommer Rechthaber da.

Wer betet, geht in sich. Konzentriert sich auf das Wesentliche.

Ist auch in der Lage sich mit Gottes Hilfe zu verteidigen.

Auch gegenüber Falschaussagen und Verleumdungen.

Das Evangelium für den diesjährigen Sonntag JUDICA (2020) könnt Ihr in Eurer Bibel nachlesen bei Markus 10, 35 -45.

S. dazu POLIS, Predigt zur Einführung der Stadtverordneten in Altenburg/Thüringen nach den 1. Freien Kommunalwahlen nach der Diktatur des Proletariats in Deutschland(DDR) im Frühjahr 1990. Im Buch: PREDIGEN AUF DEM MARKT (Frommverlag Saarbrücken mit Bildern, epubli Berlin ohne Bilder) S. 9 ff. In allen Buchhandlungen, Portalen.

Veröffentlicht von famwohlfarthtonlinede

Jahrgang 44 Lieblingsbeschäftigung:Schreiben und Predigen.Sehnsuchtsort Ostsee. Wohnort Berlin, Heimat Thüringen. Wenn Du mir schreiben willst, bitte über michael.wohlfarth@t-online.de; https://kaparkona.blog; michael-wohlfarth.jimdo.com; michaelwohlfarth.wordpress.com

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3 Kommentare

  1. Den Deutungen des Wortes „richten“ kann noch eine weitere hinzugefügt werden: im Sinne von „ausrichten“, jemandem die Richtung weisen.
    „Richte mich, Gott, hin zu Dir und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich vor den bösen und falschen Leuten.“
    Danke Michael für den Text, nach dem ich mich richten u. der mich aufrichten kann.

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