Werkstatt





Nimm und lies!
Ein Vorwort

Die Geburtsstunde des christlichen Abendlandes, als Augustinus deutlich wurde, er soll dieses, genau dieses Buch aufschlagen, das meinetwegen auf einer Parkbank lag. Und lesen! Das Buch der Bücher, obwohl spätere Deuter sicher zu Recht behaupten werden, er sei gar nicht der Bibel-, der Buchnarr gewesen. Er habe sich dem christlichen Glauben über die Kirche genähert, der damaligen frühen Kirche mit ihren Kirchenvätern, deren Ruhm er später überstrahlen sollte. Trotzdem: Nimm und lies! Er hat es gewußt, er hat es gehört. Eine innere Stimme, ein KLANG hat ihn bewegt, das Buch in die Hand zu nehmen und aufzuschlagen, wie sein antiker Vorläufer, der Kämmerer aus Afrika, aus Äthiopien, dem ältesten christlichen Land der Welt. Ihm hatte jemand geholfen beim Lesen: Philippus, ein Tramper, geschickt von Gottes Gnaden an den Weg des Haushalters seiner Herrschaft in einer Kutsche.
Und Augustinus hatte auch Helfer, die ihn führten: die Leute der Kirche, der ECCLESIA. Und er hat sich taufen lassen wie der Kämmerer.

Hier ein Einschub von Margard Wohlfarth (Kulturwissenschaft) :
Eine Entdeckung im Zusammenhang mit dem Kämmerer möchte ich als Kulturwissenschaftlerin hier mitteilen. Schon lange vor meinem Studium habe ich Egon Friedell entdeckt. Seine „Kulturgeschichte der Neuzeit“ hat mich seitdem begleitet und seine Lebensgeschichte hat mich sehr bewegt. Gerade
an diesem Tag des Auschwitz-Gedächtnisses ist es mir ein Bedürfnis, dies niederzuschreiben. Jetzt erst habe ich erfahren, daß Friedell mit 19 Jahren aus eigenem Entschluß zum Christentum
konvertierte und sich hat evangelisch taufen lassen. Das hat er nicht immer vor sich hergetragen. Nur durch Zufall habe ich
in der „Kulturgeschichte Griechenlands“ (dtv S. 55) eine Bemerkung
gefunden, die sensationell und aufbauend ist. Er spricht über die
griechische Komödie in seiner unnachahmlichen und persönlichen
Weise und meint, fröhlich hätten die Griechen wohl nicht sein können. Erst die Frohe Botschaft, das Evangelium, hätte die Menschen dazu befreit. Und da sind wir wieder beim Kämmerer
aus dem Mohrenland. In der Apostelgeschichte steht: „Er zog seine
Straße f r ö h l i c h“ (Apg 8,39), nachdem Philippus ihn getauft hat.
Einschub Margard Wohlfarth Ende
Wie heute.
Es ist immer dasselbe.
Wo auch immer.
Wie die Länder auch heißen mögen.
Und die Gegenden der Welt.
Welche Zahlen die Breiten – und Längsgrade unseres Globus auch tragen, welche Sternenbilder in der dunklen Nacht über welchen Erdteilen auch prangen mögen.
Du kannst das Buch der Bücher in die Hand nehmen und aufschlagen. Du wirst etwas finden, das du verstehst. Oder auch nicht. Dann such dir Leute, die dir helfen.

Erst nach dieser Erinnerung möchte ich ein paar Sätze zum Schreiben sagen. Zum Selberschreiben und Gestalten. Noch besser: Ich möchte ein paar Texte, versehen mit Skizzen in Farbe und Blei, zur eigenen Einsicht überlassen. Willkommen in meiner Schreiber – Werkstatt.
Bleiben Sie fair.

Seereisende
Herunterladen
Alle Zeichnungen sind von mir. Fotografien aus meinen Privatbeständen.
ZUFALL ODER PLAN
MALENDE DAME
DIE KUNST DES SEGELNS
Frühling in den Vorgärten
Orientierung

Veröffentlicht von famwohlfarthtonlinede

Jahrgang 44 Lieblingsbeschäftigung:Schreiben und Predigen.Sehnsuchtsort Ostsee. Wohnort Berlin, Heimat Thüringen. Wenn Du mir schreiben willst, bitte über michael.wohlfarth@t-online.de; https://kaparkona.blog; michael-wohlfarth.jimdo.com; michaelwohlfarth.wordpress.com

Kommentar hinterlassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: