Johannes der Täufer

(Beachte auch die „anderen Evangelien“. Die Parallelstellen. Die Ausschmückungen sind verschieden. – Am meisten hat Literaten und Musiker beieindruckt Salome, die Tochter der Herodias aus erster Ehe mit Herodes Philippus mit ihrem Tanz und mit ihrem Wunsch, das Haupt des Johannes präsentiert zu bekommen, wenn sie tanzt. Nicht bei Lukas, sondern bei Markus (6, ab 14) und Matthäus (14, 1-12) zu finden. Der bekannteste musikalische Interpret der Komponist Richard Strauß.)

Haben wir es mit d e m Erzähler zu tun: Lukas ? Ja, mit d e m Erzähler des Lukasevangeliums, dem 3. Evangelium in der Reihe der revidierten Lutherfassungen. Und zwar im 1. Kapitel angefangen, dann im 3. Kapitel weiter. Wieder in Kapitel 7 und 9.

Erst hören wir von Zacharias, wie er seinen Dienst versieht im Tempel zu Jerusalem nach einer strengen Ordnung, die den amtierenden Priestern auferlegt ist seit den Zeiten des Mose, der Zeit der Grundlegung für das religiöse Leben.

Natürlich auch immer wieder erneuert im Geiste echter Reformen: um das Wichtige und Wertvolle zu erhalten.

Zacharias hat eine Erscheinung, eine Offenbarung: Ihm wird am Altar mitgeteilt, daß seine Frau Elisabeth ein Kind zur Welt bringen wird, der Johannes heißen soll.

Dann die andere Geschichte von Gabriel, der vor Gott steht und Maria heimsucht – Weihnachten.

Wir heben uns das auf.

Heute ist der 3.Advent.

Und auch die Weihnachtsgeschichte erzählt er.

Bis Heilig Abend sind es noch ein paar Tage.

Aber weiter. Was ist jetzt.

Was geschieht?

Elisabeth verbirgt sich lange Zeit bis zur Geburt des Johannes. Der wegen seiner Zweifel in Bezug auf Empfänglichkeit seiner Ehefrau mit Stummheit gestrafte Zacharias kann wieder reden, nachdem er den Namen „Johannes“ auf eine Schiefertafel geschrieben hat, weil die versammelte Gemeinde, die Nachbarschaft, es nicht wahrhaben wollte, daß Elisabeth sich in der Namensgebung nicht nach der Tradition richtet.

Vorher jedoch treffen sich die schwangeren Frauen. Die ältere und die jüngere Frau. Und Maria ist so glücklich, daß sie beginnt zu singen. Sie kann gar nicht anders. Das MAGNIFICAT:MEINE SEELE ERHEBET DEN HERRN.

Und nun ist die Zeit gekommen, nachdem 30 Jahre vergangen sind.

JESUS UND JOHANNES.

Johannes der Vorläufer. An ihm geschieht wie bei allen Propheten das Wort.

Geschieht!

Nun kann er es weiter sagen:Das Wort Gottes. Das sagt er in der Zeit des Tiberius, des Herodes und des Pontius Pilatus:

„Ihr Ottern“.

„Schlangengezücht“.

„Es ist schon die Axt an die Wurzel gelegt.“

Er ist ein Radikaler. Ein Prophet, wie im alten Bund.

„Ihr ruht Euch aus auf den sanften Ruhekissen eurer Tradition und Identität. In Eurem Bildungsbürgertum. In eurer Schlafkultur. In Eurer Gaststättenkultur. In Euren Inszenierungen. In Euren Übungen. In eurem Kult und Eurer Ideologie.“

„Ich predige Euch die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden im Namen Gottes.“

„Schön, daß Ihr gekommen seid. An den Jordan, um euch taufen zu lassen. Aber ich sage es Euch gleich:es nützt nichts, wenn das keine Folgen hat.“

„Wir sind Abrahams Kinder“, antworten sie.

„Darauf könnt Ihr Euch nicht verlassen, er könnte sich aus diesen Steinen Kinder erwecken. Ihr müßt die Hindernisse abbauen, die das Kommen des HERRN erschweren. Ihr müßt ihm entgegen gehen auf der Bahn, die Ihr ihm bereitet. Damit es eine Erneuerung geben kann in Eurer Kirche, in Euren Gemeinden, in der Gesellschaft, für euer Leben. Damit ihr erkennbar bleibt als das Volk des Herrn.“

„Sucht die Begegnung mit dem Heiland der Welt!“Jetzt unterbrechen sie ihn:“Bitte, sprich nicht in Bildern.Was meinst Du?“

Die Täuflinge scheinen es ernst zu meinen. Sie könnten ja auch gehen, wenn sie so beleidigt werden.

„Was sollen wir denn tun?“, rufen sie im Chor der Antike. „Wer erlöst uns von unseren Sünden?“

Er antwortete und sprach zu ihnen:“Wer zwei Hemden hat, der gebe dem, der keines hat; und wer zu essen hat, tue ebenso.

Di Zielgruppe der Zöllner wollten sich auch taufen lassen, ihre Sünden bedrückten sie so sehr. Sie wußten, daß sie keinen guten Ruf hatten im Volk und bedurften so dringend der Vergebung vor Gott und den Menschen. Wie sollten sie Weihnachten feiern oder den Tag erleben, wenn er kommt: der Heiland der Welt, der Messias. In ihren Verstrickungen.

Obwohl sie wußten, was sie zu tun hatten, fragten sie:“Was sollen denn wir tun?“ Sie wollten es von diesem Propheten hören, von diesem Gottesmann. Die Antwort:“Fordert nicht mehr, als euch vorgeschrieben ist.“

Und dann die Soldaten im Sprechchor:“Was sollen wir tun?“

„Laßt euch genügen an eurem Sold. Tut niemandem Gewalt oder Unrecht, nur weil ihr die augenblickliche Macht habt und das Gewaltmonopol des Krieges.“

Mitten unter denen, die sich taufen lassen im Fluß ist der Gottessohn, daß die Engel ihm dienten.

Denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen.

Da fallen einem alle Sünden ein, wie wenn man in die glänzenden Augen eines kleinen Kindes sieht. Da bittet man seinen Nachbarn um Verzeihung, in seiner Ehe und Familie, an seinem Arbeitsplatz und hilft den Armen.

Nächsenliebe ist die Botschaft des Johannes, sogar mitten im Krieg.

Sogar mitten in der Korruption.

Eine sehr einfache Advents -und Weihnachtsbotschaft:Frieden nach innen und nach außen. Liebe, wo sie unmöglich scheint. Gerechtigkeit ohne Bürokratie.

Ein Wunder eben.

Aber es soll vorkommen. Jeden Tag. Ohne das es gar nicht geht:das alltägliche Leben der einfachen Leute.Und wer ist in Wirklichkeit nicht einfach.Im Guten wie im Bösen?

Wir müssen uns schon entscheiden und uns aufmachen zum Jordan da draußen, wo der Prediger in der Wüste zur Umkehr ruft, damit Weihnachten werden und bleiben kann bei uns allen.AMEN.

Kommentare:Grundmann, Rengstorf

Psalmlesung 85:“Vormals….“

Predigtlied:“Maria durch einen Dornwald ging…“(Jubilate Nr.6,Aus Hessen lt.Angabe).

DIGITAL CAMERA „Blick auf den Müggelsee vom Müggelberg aus gesehen.“ Privat-Archiv.

Als Predigt gehalten in Abendmahlsgottesdiensten in Berlin -Treptow/Köpenick am 3. Advent Nicolaikapelle/St.Laurentius Sonntag dem 15. 12. 2019 um 9.00 Uhr und um 10.30 Uhr

Das Land, in dem der Jordan fließt (Privat Maucher/Wohlfarth)

Veröffentlicht von famwohlfarthtonlinede

Jahrgang 44 Lieblingsbeschäftigung:Schreiben und Predigen.Sehnsuchtsort Ostsee. Wohnort Berlin, Heimat Thüringen. Wenn Du mir schreiben willst, bitte über michael.wohlfarth@t-online.de; https://kaparkona.blog; michael-wohlfarth.jimdo.com; michaelwohlfarth.wordpress.com

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