JUDICA

Die Namen der Sonntage richten sich nach den Psalmen, die zu jedem Sonntag gehören. In unserem Fall ist das der Psalm mit der Nummer 43.

Du findest den in jeder Vollbibel – das so genannte Alte Testament und das Neue Testament vereint in einem Band.

Aber auch in fast jedem Neuen Testament – sozusagen im Anhang.

Psalmen sind Gebete, gesungene Gebete in der jüdischen Gemeinde, aus der Jesus – von Gott gesandt – hervor gegangen ist. Wenn wir einen Psalm beten, beten wir ihn mit Jesus.

„Gott, schaffe mir Recht und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten !….

Sende deine Licht und deine Wahrheit, daß sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung, daß ich hineingehe zum Altar Gottes, zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,

und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Alles, aber auch alles kommt in diesem Psalm vor. Zu allererst ist da die große Unruhe. Da gibt es Feinde, sicher auch Freunde. Ein großes Durcheinander: das unheilige Volk, die bösen Leute. Schaffe mir Recht? In einer etwas älteren Ausgabe wird übersetzt aus dem Hebräischen nicht: SCHAFFE MIR RECHT!!!, sondern: RICHTE MICH, Gott…

In Schwaben habe ich gelernt: vorrichten, richten ist etwas Positives. Bei uns, auch bei mir hat es etws Blutrünstiges an sich, so etwas zu sagen. Nein: Geraderücken, Haltung, aufrechter Gang, so hätte ich das Wort RICHTEN übertragen.

Dann gibt es ein Plus für das Gute Gericht. Für die Gerechtigkeit. Viele Menschen verneinen die rechtliche Dimension, die alles Leben hat. Auch und gerade in einer Zivilisation wie der unsrigen. Und auch und gerade in archaischen Gesellschaften. Das Recht richtet, nicht der böse Richter. Es richtet uns aus: „Richte mich, Gott und führe meine Sache wider das unheilige Volk und errette mich vor den bösen und falschen Leuten.“ Der Beter unterstellt sich dem Gericht Gottes, seiner klärenden Wirkung.

Selbst das Jüngste Gericht ist für den Christen, den Nachfolger, die Nachfolgerin Christi nicht der Hammer, vor dem wir fliehen müßten, sondern der Gnadenraum in dem wir zur Vernunft gebracht werden, ja auf den wir hoffen (Walter Nigg).

Deswegen ist der Satz von Schiller: „Geschichte ist Weltgerichte“ zwar etwas Weltbewegendes aber nicht Weltzerstörendes. Nichts Dunkles, sondern Helles.

Oder Ranke: Alle Geschichte ist Geschichte zu Gott hin.

Also richte du mich, o Herr, nicht die bösen Leute, nicht das unheilige Volk. Wenn ich mich dem stelle, habe ich keine Angst mehr vor ihnen. Dann werde ich auch Recht bekommen, wo es mir zusteht. Und ich stehe nicht als frommer Rechthaber da.

Wer betet, geht in sich. Konzentriert sich auf das Wesentliche.

Ist auch in der Lage sich mit Gottes Hilfe zu verteidigen.

Auch gegenüber Falschaussagen und Verleumdungen.

Das Evangelium für den diesjährigen Sonntag JUDICA (2020) könnt Ihr in Eurer Bibel nachlesen bei Markus 10, 35 -45.

S. dazu POLIS, Predigt zur Einführung der Stadtverordneten in Altenburg/Thüringen nach den 1. Freien Kommunalwahlen nach der Diktatur des Proletariats in Deutschland(DDR) im Frühjahr 1990. Im Buch: PREDIGEN AUF DEM MARKT (Frommverlag Saarbrücken mit Bildern, epubli Berlin ohne Bilder) S. 9 ff. In allen Buchhandlungen, Portalen.

Okuli

Meine Augen sehen stets auf den Herrn.

Wer seine Hand an den Pflug legt und sieht zurück, der ist nicht geschickt für das Reich Gottes.

Nun singen sie wieder vor dem blauen Vorhang oder hinter dem blauen Vorhang. Den ewigen Gesang der Konzentration.

Den Singsang der Jahrtausende, den Grabgesang.

Den Lobgesang des Augenblicks.

Stündlich die Erbauung.

Sieh nicht von außen zu, sondern reih‘ dich ein, sing mit.

Du kannst es.

*Zum Geburtstag von Margard Wohlfarth, eingestellt von ihrem Mann Michael Wohlfarth: gut, besser am besten… Glückwünsche. Knapp am Limit gefeiert: Corona 19/20, kurz vor Versammlungsverbot in Berlin (12.3. 20), dann in Leipzig (Sonnabend darauf). – Gottesdienste fielen schon aus.

Nächster Sonntag ist JUDICARE: Durch die Meinungsfreiheit ist gedeckt, jemanden als Faschisten zu bezeichnen. Was ist Meinung Opinio? Was ist Hoffnung? Übel riechend. Fragwürdig… Rechtsspruch zu Höcke (AfD) läßt zu, ihn als Nazi zu bezeichnen.
Durch den Pressetransport: Er ist Nazi. Er ist Faschist. Dieses MIßverständnis ist gewollt. – Wir aus der DDR: Das Recht wurde in der DDR mißbraucht, um das Unrecht zu verbergen. Die westdeutsche Gesellschaft als unmittelbarer Rechtsnachfolger des sogenannten 3. Reiches mit all seinen Verbrechen in der so genannten Nationalen Revolution rechtfertigt ihre Tricks mit der Verkleidung eben dieser Verbrechen durch die Nationalsozialisten – auch mit dem Recht. – Wo ist Gott, wo ist das Recht. Wo Gerechtigkeit. Alles Recht der Welt zerbricht am Kreuz von Golgatha – und wir können auf das Licht der Auferstehung hoffen in der Dunkelheit.

Paulus, der Lehrer der Völker

Saulus, der Pharisäer

der Schriftgelehrte

der Segeltuch – Weber

der Dialektiker

der Rabbi

der vom Pferd stürzt

der Christus sieht und blind wird.

Erst der Mut der Gemeinde, sich mit Feinden einzulassen, weil JESUS gesagt hat: Liebet eure Feinde, seid barmherzig,

macht

ihn

sehend.

Ein Wunder.

Was haben Sie auf einmal gegen den Apostel, gegen die Kirchenväter, Augustinus, Luther sicher auch. Kierkegaard? – es ist peinlich. Antisemiten? Dann sollten wir wirklich das Vaterunser ändern, die dunklen Stellen, wie Gott den Pharao heimsucht. Vieles. Den Abraham. Isaak. Jakob. Ja, das Kreuz ist auch dunkel.Wie kann Gott seinen Sohn opfern.- Wir wollen lieber Fasten sagen, ohne zu fasten. Und nicht Passion. Und lieben ohne Leidenschaft. Wollen wir das wirklich? Geben Sie mir eine Antwort. Aber ehrlich.
Verteidigung jenseits der Seine in Paris

Ontologie — Michael Wohlfarths Blog

tu du es…

Michael Wohlfarths Blog

Die Verklärung auf dem Berg Tabor stellt die Sehnsucht der Menschen dar

zu sein.

Glücklich zu sein.

Da zu sein.

Ewig zu sein.

Augenblicklich zu sein.

Goethe.

Faust.

Gretchen.

Die Versuchung

zu sein wie Gott.

Im Paradies zu sein.

Wie Urlaub, sagt der Prediger.

Nicht WERDEN – SEIN.

Ein legitimes Bedürfnis.

Ein religiöses Bedürfnis.

Gewesen Sein. […]

Ontologie — Michael Wohlfarths Blog

1988 haben Margard Wohlfarth, Beathe Tostlebe, Dieter Fleischmann (meth. Prediger, Mothes (Priester), Wohlfarth (ev.Pfarrer), Fritjof Tostlebe u.a.m. DIE ALTENBURGER AKADEMIE gegründet.Unter den Augen der Staatsicherheit mit 500 Akten Margard und Michael WohlfarthOV OPERATIVER VORGANG:“Zersetzung einer Diskussion“.Diese Bezeichnung ist falsch und wirkte auf uns wie eine Verharmlosung. Ziel in meinem Fall (der Akte) ZUCHTHAUS ODER ABSCHIEBUNG.Typisch für „HistorikerInnen“ aus Erfurt in unserem Fall.

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HESEKIEL

Athos

Wer war er?

Ein Prophet.

Was sind Propheten?

Sagen sie die Zukunft voraus?

Auch.

Was heißt auch. Was denn noch.

Sie erinnern uns an den Weg mit Gott, wenn wir im Begriff sind, ihn zu verlassen. Das ist nicht immer angenehm; weder für den, der erinnert, noch für den, der erinnert wird.

Woher haben die Propheten die Kraft dazu, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen? Woher haben sie den Mut dazu. Sie haben eine Erfahrung mit dem, der sie sendet. Sie haben ein „Sendungsbewußtsein“. Sie gehen den Menschen auf die Nerven, wenn es sein muß. Warum und wann muß es sein? Wenn zum Beispiel die Kirche sich verirrt und es eine Korrektur geben muß, um eine Herausgerufene zu bleiben und nicht einfach die wird, die alles mitmacht. Nur weil es dann so schön nett wird. Sören Kierkegaard hat das viel drastischer formuliert.

„Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, tritt auf deine Füße, so will ich mit dir reden. Und als er so mit mir redete, kam Leben in mich und stellte mich auf meine Füße und ich hörte dem zu, der mit mir redete. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, ich sende dich zu den Israeliten, zu dem abtrünnigen Volk, das von mir abtrünnig geworden ist. Sie und ihre Väter haben bis auf den heutigen Tag wider mich gesündigt. Und die Söhne, zu denen ich dich sende, haben harte Köpfe und verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: SO SPRICHT GOTT DER HERR! – Sie gehorchen oder lassen es – denn sie sind ein Haus des Widerspruchs – dennoch sollen sie wissen, daß ein Prophet unter ihnen ist.“

In unseren Textzusammenhängen wird der Prophet in das Wächteramt gerufen, der darauf achtet, daß in aller Verwirrung des Krieges, der Unterdrückung, der Wegführung Israels die lebenserhaltende Substanz für den einzelnen und die Gemeinschaft der Glaubenden nicht weggeworfen wird, sondern eingenommen wird wie Medizin. Um zu bleiben in der Fremde als das, was von Anfang an der Schöpfer gemeint hat. Um zu werden unterwegs, in Gefangenschaft, in Bedrohung, als das, zu was der HERR sie berufen hat in seinem Bund.

Es ist gerade ein Verein gegründet worden, der den Namen hat: GLAUBEN, MUT, FREIHEIT. In der Tradition von 1989 als Christen sich in der Kraft des Glaubens verbündet haben mit Nicht-Christen und Nicht-Glaubenden. Damit es nicht vergessen wird unter Christen: wir sind nicht bündnisfähig, also auch nicht politikfähig, wenn uns der GLAUBE ausgeht. Wenn die Reihenfolge nicht mehr stimmt. Das genau entspricht dem prophetischen Auftrag, den wir damals angenommen haben: Das Evangelium zu verkündigen „einem halsstarrigen Volk“, „dem Hause des Widerspruchs“.

Erst dann kann es Mut geben. Und nur dann wächst Freiheit. Freiheit zum Frieden, Freiheit zur Gerechtigkeit.

„Geh, iß das Wort Gottes, die Substanz. Verinnerliche sie. Die Schrift, damit du keine Angst hast weder vor diesem Haus, deinem eigenen Haus des Widerspruchs, noch vor denen, die dein Volk weggeführt haben.“

Durch das H ö r e n auf das Wort Gottes kommt der notwendende GLAUBE, sagt Jesus zu seinen Jüngern.

Dasselbe sagt der HERR zu seinem MENSCHENKIND, zu allen MENSCHENKINDERN.

Erst wenn der GLAUBE gewachsen ist wie ein Senfbaum, wird es die Frucht des Mutes geben.

Die Kraft zum Kämpfen. Im Alltag, in der eigenen Existenz. Und historisch – eine Zukunft für die an den Flüssen Babylons. Dann hat das Weinen ein Ende. Eine Umkehr findet statt. Und dann vielleicht auch eine Rückkehr in das geschändete Land, in die geschändete Stadt, um sie wieder aufzubauen. Um mit der 2. Chance zu leben.

Sie müssen ihre Identität behalten und wiederfinden, sonst ist alles verloren.

Also: Was ist ein Prophetenamt?

Einmalig sagt die Religionsgeschichte. Nur so: im Judentum!

Wir stehen in einer Reihe mit Mose, der sich auch weigern wollte, den Auftrag zu übernehmen. Mit allen Propheten, die sich weigerten, weil sie nicht gut reden konnten, weil sie wußten: die Nähe Gottes verändert alles. Sie kann auch verbrennen. Das Feuer des lebendigen Gottes.

Und doch, sie sahen seine Herrlichkeit, gerade in Bedrängnis. Sein Angesicht. Es war ihnen gar nicht möglich, sich zu entziehen. Auf einmal war die aufgerichtete Kraft Gottes in den Ebenen Assyriens und Babylons keine Bedrohung mehr, sondern Schutz und Schirm und Engelshand – wenn sie widersprechen. Wenn sie die Freiheit gegen sich selber benutzen, um es nicht zu hören: Das Wort Gottes – an sie gerichtet.

Das WORT DES HERRN.

Ja, sie können NEIN sagen.

Ja, sie können JA sagen.

Sie hören oder sie lassen es.

Hesekiel hat es ihnen vorgelegt. Sein Wort, sein Gesetz, sein Sakrament. Seine GNADE. „Sie hören es und befolgen es. Oder sie lassen es sein. Das Haus des Widerspruchs. Bekümmere Dich nicht, sage, was Du zu sagen hast. Sie haben eine Stirn aus Erz. Du sollst sie auch haben. – Spricht der, der mit dir geht.“

Wie haben wir gesungen: „Ich möchte, daß einer mit mir geht, der das Leben kennt, der mich versteht… Sie nennen ihn den Herren Christ, der für uns in den Tod gegangen ist.“ – Ich erinnere mich. AMEN. SO SEI ES. Hier kannst Du ein eigenes Gebet sprechen aus dem Schatz Deiner Erinnerung. Tu es. BITTE. Sei Berlin, sei Sonntag in Berlin, sei WOSKRESENIE. AMEN. Amen.

Passion und Auferstehung. WORT UND SAKRAMENT. Nimm es. BITTE.

Textgrundlage Hesekiel 2, 1 – 5, 8 – 10; 3, 1-3

Werkstatt





Nimm und lies!
Ein Vorwort

Die Geburtsstunde des christlichen Abendlandes, als Augustinus deutlich wurde, er soll dieses, genau dieses Buch aufschlagen, das meinetwegen auf einer Parkbank lag. Und lesen! Das Buch der Bücher, obwohl spätere Deuter sicher zu Recht behaupten werden, er sei gar nicht der Bibel-, der Buchnarr gewesen. Er habe sich dem christlichen Glauben über die Kirche genähert, der damaligen frühen Kirche mit ihren Kirchenvätern, deren Ruhm er später überstrahlen sollte. Trotzdem: Nimm und lies! Er hat es gewußt, er hat es gehört. Eine innere Stimme, ein KLANG hat ihn bewegt, das Buch in die Hand zu nehmen und aufzuschlagen, wie sein antiker Vorläufer, der Kämmerer aus Afrika, aus Äthiopien, dem ältesten christlichen Land der Welt. Ihm hatte jemand geholfen beim Lesen: Philippus, ein Tramper, geschickt von Gottes Gnaden an den Weg des Haushalters seiner Herrschaft in einer Kutsche.
Und Augustinus hatte auch Helfer, die ihn führten: die Leute der Kirche, der ECCLESIA. Und er hat sich taufen lassen wie der Kämmerer.

Hier ein Einschub von Margard Wohlfarth (Kulturwissenschaft) :
Eine Entdeckung im Zusammenhang mit dem Kämmerer möchte ich als Kulturwissenschaftlerin hier mitteilen. Schon lange vor meinem Studium habe ich Egon Friedell entdeckt. Seine „Kulturgeschichte der Neuzeit“ hat mich seitdem begleitet und seine Lebensgeschichte hat mich sehr bewegt. Gerade
an diesem Tag des Auschwitz-Gedächtnisses ist es mir ein Bedürfnis, dies niederzuschreiben. Jetzt erst habe ich erfahren, daß Friedell mit 19 Jahren aus eigenem Entschluß zum Christentum
konvertierte und sich hat evangelisch taufen lassen. Das hat er nicht immer vor sich hergetragen. Nur durch Zufall habe ich
in der „Kulturgeschichte Griechenlands“ (dtv S. 55) eine Bemerkung
gefunden, die sensationell und aufbauend ist. Er spricht über die
griechische Komödie in seiner unnachahmlichen und persönlichen
Weise und meint, fröhlich hätten die Griechen wohl nicht sein können. Erst die Frohe Botschaft, das Evangelium, hätte die Menschen dazu befreit. Und da sind wir wieder beim Kämmerer
aus dem Mohrenland. In der Apostelgeschichte steht: „Er zog seine
Straße f r ö h l i c h“ (Apg 8,39), nachdem Philippus ihn getauft hat.
Einschub Margard Wohlfarth Ende
Wie heute.
Es ist immer dasselbe.
Wo auch immer.
Wie die Länder auch heißen mögen.
Und die Gegenden der Welt.
Welche Zahlen die Breiten – und Längsgrade unseres Globus auch tragen, welche Sternenbilder in der dunklen Nacht über welchen Erdteilen auch prangen mögen.
Du kannst das Buch der Bücher in die Hand nehmen und aufschlagen. Du wirst etwas finden, das du verstehst. Oder auch nicht. Dann such dir Leute, die dir helfen.

Erst nach dieser Erinnerung möchte ich ein paar Sätze zum Schreiben sagen. Zum Selberschreiben und Gestalten. Noch besser: Ich möchte ein paar Texte, versehen mit Skizzen in Farbe und Blei, zur eigenen Einsicht überlassen. Willkommen in meiner Schreiber – Werkstatt.
Bleiben Sie fair.

Seereisende
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Alle Zeichnungen sind von mir. Fotografien aus meinen Privatbeständen.
ZUFALL ODER PLAN
MALENDE DAME
DIE KUNST DES SEGELNS
Frühling in den Vorgärten
Orientierung

Erzähle…

Meine Vorgeschichte

Ich habe von einem Mann gehört, der den Vornamen hatte von dem, der wirklich auf Jesus wartete. Obwohl der es nicht wert war, ihm seine Schuhriemen aufzulösen. Wie er selber sagte. Vielleicht gerade deswegen. Johannes.

Ich heiße auch so mit meinem 2. Vornamen zu Ehren des Bruders meiner Mutter, der ebenfalls diesen Namen trug: Johannes. Er ist gleich zu Beginn des Krieges im Osten als Panzerfahrer gefallen, hat Gedichte hinterlassen.

Sie sind zu Hause angekommen „mitten im Krieg“.

Zu Beginn, gleich. Und Du fällst auch, Onkel Johannes. Du bist gefallen.+

Gedichte können wie Gebete sein. Er hat sie nach Hause per Feldpost geschickt. Ich habe sie gesehen.

Du bist frei – mitten im Krieg?

Also ich bin 1944 geboren, da ist das einleuchtend – mit meinem 2. Vornamen. Das sind alles sehr ernste Geschichten und sie fallen mir ein, wenn Johannes der Täufer aufgerufen ist als Predigttext, Lukas 3. Die müssen mir auch einfallen, wo doch das Gebet des Adventes von der Gewalt handelt, die Gott hat – und er endlich damit kommen soll, um der Gewalt auf Erden ein Ende zu setzen.

Kommt er ? Ist er schon da ?

Aber es fallen mir nicht nur solche todernste Geschichten ein, wenn der Vorläufer des XRESTOS am Jordan auf uns wartet, daß wir uns endlich taufen lassen mit der Taufe der Buße.

Ich erinnere mich an Witzeleien über jemanden, den sie nicht Johannes den Täufer, sondern den Säufer nannten. Sicherlich pubertäre Gespräche an höchst männlichen Tischen, an denen thüringisches Bier – in der Ostzone noch – serviert worden ist. Das war die Zeit des Vikariats in Eisenach von 1975 bis 1977. Die Weltgeschichte hieß Olympia mit den Morden an israelischen Sportlern. Sie hieß dann REGAN, der Schauspieler aus Hollywood, wie der später aus Österreich mit Regierungsvollmacht in Kalifornien. Und heute? Kommen sie wieder die Narren? Trump, Johnson, der Ukrainer, die Italiener mit Akkordeon und Kabarett. Trump wie Lohengrin bei Richard Wagner auf den Brettern, die die Welt bedeuten…

Viele sind beleidigt, das solche Leute regieren. Die CLOWNS kommen und gehen schreiben sie als Begleittext in die Morgenpresse des INTERNETS.

Das gab es damals noch nicht.

Der CLOWN auf dem THRON.

Der Narr regiert die Welt?

Kennen sie den Narren in CHRISTO ? Sie sollten ihn kennen. Sie wären gelassener.

Ein Berliner beauftragter Pfarrer für Stadtfragen hat mir das Thema aus den Händen gerissen: „Stadt ohne Gott“ – damals ein Bestseller. Er hatte noch nie davon gehört. Er soll angeblich laut in den Tunneln singen, die zu den Stationen führen (U-Bahn).

Wir halten dagegen und glauben, daß es eine Schicksalsgemeinschaft gibt, eine Nation, ein Volk. Daß es den Osten gibt, wo die Sonne aufgeht gibt, den ein gemeinsames Schicksal eint: Kommunismus.

Nicht in Salons, nicht in Lehrbüchern, sondern in Wirklichkeit.

Als Macht. „Die Machtfrage ist die entscheidende Frage“ (Wladimir Iljitsch LENIN). „Die Bewaffnung der Arbeiterklasse“. Die REVOLUTION.

Listig wie Wölfe, die keine sind, versuchen sie uns dies auszureden.

Die Rechthaber.

Die All-Wisser.

Die Besserwisser, die ständig ihren Wohlstand verwechseln mit geistiger Überlegenheit („DIE FLAMME IST ERLOSCHEN“).

Die Linke, wenn sie ehrlich ist, weiß das.

Sind das Linke?

Ivan Krastev, Stephen Holmes, George Soros, der die „Abrechnung mit dem Liberalismus“ als bahnbrechendes Werk lobt auf dem Umschlag des Buches bei Ullstein, vom Tagesspiegel vor Weihnachten 19 ausführlichst besprochen in Form eines INTERVIEWS mit den Autoren. Mein Weihnachtsgeschenk, weil meine Frau Margard Vorträge gehalten hat zu GIRARD, der den Begriff Mimesis ganz neu ausgelegt hat als Nachahmung, die zur mimetischen Gewalt führen kann.

Kein Linker? Oder.

Jedenfalls ein Großvater, der möchte, daß seine Enkel etwas vom GLAUBEN WISSEN und den TEUFEL LACHEN LÄSST IN ‚S FÄUSTCHEN, wenn wir uns belügen: Gott belügen. GIRARD ALS DER TRICK, um uns zu erklären, was es mit Ungarn (Soros, Urban, Imre Nagy, Kadar) auf sich hat, mit den Brüdern Kaczynski in Polen.

Der Westen ist nicht nachzuahmen. Die liberale Demokratie. Weil er eine Geschichte hat. Seine Geschichte. Eine ganz eigene. Die Nationen – auch des Westens – sind nicht nachzuahmen.

Und wenn…?

Die Antwort:

„Sollen wir als Kopie sterben?“

Die Frage:

„Wollen wir als Kopie sterben?“

40 Jahre Diktatur des Proletariats in Deutschland, in Polen, in der Tschechoslowakai, in Bulgarien, in Rumänien, in Ungarn, in Albanien, im Land Titos.

Woanders 80 Jahre.

In Europa. – Das Buch ist also eine linksliberale Erklärung für die Beendigung der „Strahlkraft“ der liberalen Demokratie. Oder der Trauergesang wegen der Abdankung der sozialistischen Mächte in Mittel- und Osteuropa? Ja, ja, die Linke, jetzt nimmt sie Anleihen auf mit Begriffen wie Nachahmung. Sie ist der Seehund, der mit einem Wasserball spielt. Den läßt sie tanzen auf ihrer Nase. Zirkus.

Ein hübsches Bild.

Aber ich glaube es nicht.

Oder wie nach fast jeder Marxismus-Leninismus-Stunde an der Humboldt-Universität zu Berlin: Analyse gut.

Was ist mit der Praxis.

IDEA – Eine Lehrerin für Geschichte in München erzählt: Ich werde angerufen mit öliger Stimme von einem Journalisten:

„Was ist ihre Meinung zum BREXIT?“

„Meine Meinung ist die: Gott sitzt im Regiment.“

Damit hatte sich jede Spekulation erledigt, das Gespräch, das niemals eines werden sollte, beendet.

Die Geschichte ist nicht zu Ende, aber offen. Solange es diese Welt gibt.

Karl Barth: „Es w i r d regiert.“

Manchmal erübrigen sich Kommentare.

Also was ist nun mit den Narren, die dann doch nicht so schlecht gemacht werden sollen, an sich. Z.B. der Ukrainer. Denn – am nächsten Tag wird Herr Sonnenborn von der DIE PARTEI/EUROPAPARLAMENT durchaus seriös interviewt.

Und er antwortet UMWELTSAU, es wäre doch alles nur Quatsch.

Vielleicht zeigen die „Narren“, die regieren, daß wirklich Gott im Regiment sitzt. Oder besser, es wäre sehr schlimm, wenn es nicht so wäre.

Die Geschichtslehrerin aus München, eine Engländerin mit einem Deutschen verheiratet, bezeugt das in der evangelikalen Zeitung IDEA.

Daß es die Armut gibt, den Glanz aus innen (Rilke), die Würde der Zigeunerin (Botho Strauss) – vonwegen die Passanten des KURFÜRSTENDAMMS. Das Skandalon des Kreuzes, unter dem es immer wieder zu Wundern kommt, wo dann die Klugen sprachlos und die Narren weise sind.

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zu Johannes und Michael: Wer ist wie Gott? Ich habe den Johannes gespielt im Krippenspiel meines Vaters in Stützerbach, kurz nach dem Aufstand der Ungarn 1956. Alle hatten gehofft und mit gezittert. Was haben wir geübt.

„Es ist die Axt an die Wurzeln gelegt…,“ruft der Vorläufer des Kindes.

Inzwischen haben die Enkel 50 Jahre später in Leipzig die Bäume gefällt mit ihren Eltern und der Leipziger Großmutter.Die Weihnachtsbäume. In der Brache, Braukohlenrevier Mitteldeutschland.Es gab Gulasch aus der Kanone. Wildschweingulasch.

Beziehungsweise gekauft auf den Märkten, in den Höfen von Berlin, an den Straßen. Alle, die einen Baum schmücken wollen.

Und was ist dann?

Nach dem Johannes, der tauft, dem Jesus, der getauft ist. Nach den Namen, die uns etwas zu sagen haben und die uns etwas bedeuten – sollen! In unserer Erinnerung.

Der vierte Advent.

Die Hauptprobe zu den Krippenspielen hat stattgefunden. Hoffentlich verstehen die Leute jedes Wort. Danach Abfahrt Hof, Treuen, Regensburg protestantisch, katholisch zum Heiligen Abend und zum 1. Feiertag; danach über Nürnberg, Bamberg, Coburg, Schleusingen, Schmiedefeld, Themar Meiningen/Stepfershausen in der Rhön. Rückfahrt am 29.12.19 über Oberhof und Gotha (elterliches Grab) A4/A9 Hermsdorf, Köckern, Berlin – Müggelheim.

Red. M.W. 2.1.20 Ein gesegnetes Neues Jahr. Ein gesegnetes Jahrzehnt für unsere Kinder und Kindeskinder – die zwanziger Jahre im 21. Jahrhundert des 3. Jahrtausends nach der Zeitenwende: CHRISTI GEBURT.

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